Kirchentag lädt zu Gestaltung der Demokratie ein
1.500 Veranstaltungen an über 60 Orten in Hannover. Über 3.000 Bläserinnen und Bläser, 1.200 Sängerinnen und Sänger, über 500 Initiativen im Markt der Möglichkeiten auf der Messe und 650 Gesprächsgäste aus dem In- und Ausland. Der Deutsche Evangelische Kirchentag hat sein Programm für das Event vom 30. April bis 4. Mai 2025 in Hannover bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Der Kirchentag steht unter der Losung "mutig - stark – beherzt" (1 Kor 16,13-14).
Ein Schwerpunkt wird, angesichts des Veranstaltungsdatums rund um die zu erwartende Bildung einer neuen Bundesregierung, der gemeinsamen Suche nach einer stabilen demokratischen Basis gewidmet. Kirchentagspräsidentin Anja Siegesmund lädt explizit zur aktiven Verteidigung unserer Demokratie ein: „Die letzten Monate und Wochen haben uns sehr deutlich gezeigt: Demokratie, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit, soziale Teilhabe sind nicht gottgegeben. Sie müssen geachtet, verteidigt und erkämpft werden. Und sie müssen gelebt werden. Von uns. Von jedem Einzelnen. Und genau das, wollen wir beim Kirchentag tun. Dazu brauchen wir die Menschen mit ihren Fragen und Sorgen genauso wie mit ihren ganz unterschiedlichen Hoffnungen und Visionen."
Beteiligt sein werden neben tausenden gesellschaftlich Engagierten auch Bundesministerinnen und -minister, Spitzen von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen, Aktivistinnen, Kirchenleitende, Vertreterinnen der Sozialverbände sowie bekannte Namen aus Wissenschaft, Kultur und Internet.
Das geistlich-liturgische Programm des Kirchentages ist in diesem Jahr mit dem gesellschaftspolitischen Programm stärker verschränkt. Generalsekretärin Kristin Jahn: „Glaube findet nicht im privaten Kämmerlein statt. Er wirkt sich aus. In Zeiten, in denen sich Politiker wie Donald Trump als Erlöser bezeichnen, weichen wir einem Thema nicht aus: dem Missbrauch der Religion. Was, wenn Religion benutzt wird, um die Demokratie auszuschalten? Demokratie trägt wie das Evangelium die Verheißung mit sich, ohne Feindbild auszukommen und erkennt an, dass gemeinsames Leben immer ein komplizierter Aushandlungsprozess ist. Schnelle Lösungen sind oft verführerisch einfach, führen aber auch oft zu einem bösen Ende, wie die Geschichte dieses Landes zeigt.“
Verantwortung für Versagen in Kirchen und auch beim Kirchentag selbst soll übernommen werden, indem Betroffenen sexualisierter Gewalt in mehreren Formaten die Möglichkeit gegeben wird, ihre Geschichten, ihr Leid und ihre Forderungen öffentlich zu machen und ins Gespräch zu bringen. Die Podien, Workshops, Gottesdienste und Kulturbeiträge wurden von und mit Betroffenenvertretungen vorbereitet, welche sich auch vor Ort aktiv einbringen werden.
Laut und lebendig wird es abends auf den Open-Air Bühnen auf dem Platz der Menschenrechte und dem Opernplatz sowie in einigen Messehallen wenn Stars und Nachwuchshoffnungen eine einzigartige Atmosphäre schaffen werden. Hannover freut sich auf Max Herre und Joy Denalane, die mit dem Konzert „Alles Liebe“ ein Zeichen für ein respektvolles und demokratisches Miteinander setzen wollen. Ebenso erwartet werden u.a. Bodo Wartke, Jupiter Jones, Jamaram & JahcoustiX, der Jazzmusiker Nils Landgren, Ekkart von Hirschhausen, Judy Bailey und der große Altmeister der Klarinette Giora Feidman.
Das komplette Programm des Kirchentages gibt es auf www.kirchentag.de/programm und in der neuen App, die zum Download bereitsteht.
Reformiertes Zentrum in der Lavesallee
In der reformierten Gemeinde in Hannover ist während der Kirchentags wieder ein Reformiertes Zentrum geplant: in Kooperation mit der Gemeinde Hannover, dem Synodalverband X, dem Reformierten Bund sowie der Bremischen und Oldenburgischen Kirche. Informationen zum Programm gibt es in Kürze.
28. Januar 2025
Presseinformation des Kirchentags/Ulf Preuß

